Mit der neuen »Green Lease Klassifizierung nach gif« steht der Immobilienwirtschaft ein wissenschaftlich fundiertes Online-Tool zur Verfügung, das gewerbliche Mietverträge standardisiert nach ESG-Kriterien bewertet. MorgenGrün Expertin Lydia Larsen war an der Entwicklung beteiligt.
Nachhaltige Mietverträge gewinnen in der Immobilienwirtschaft weiter an Bedeutung. Eigentümer:innen, Immobilienunternehmen, Investierende, Asset Manager:innen und Mietparteien stehen zunehmend vor der Aufgabe, ESG-Anforderungen nicht nur strategisch zu formulieren, sondern konkret in Verträgen, Gebäudebetrieb und Reporting umzusetzen. Genau hier setzt die neue »Green Lease Klassifizierung nach gif« an.
Die Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung e. V. (gif) hat ein wissenschaftlich fundiertes Online-Tool veröffentlicht, das die Nachhaltigkeitsqualität gewerblicher Mietverträge erstmals systematisch, transparent und vergleichbar bewertet. Die Klassifizierung unterstützt Marktteilnehmende dabei, Green-Lease-Vereinbarungen nachvollziehbar einzuordnen und deren ESG-Wirkung besser zu dokumentieren.
Green Leases vergleichbar bewerten
Green Leases, also grüne Mietverträge, sind ein wichtiger Hebel, um Nachhaltigkeitsziele im Immobiliensektor umzusetzen. Sie regeln unter anderem den Umgang mit Energieverbrauch, CO₂-Reduktion, Verbrauchsdaten, Ressourcenmanagement und nachhaltigem Gebäudebetrieb.
Bislang fehlte jedoch ein einheitlicher Standard, um die Qualität solcher nachhaltigen Vertragsregelungen objektiv zu bewerten. Die neue Green Lease Klassifizierung schließt diese Lücke: Sie überführt die Empfehlungen der ZIA-Publikation »Green Lease 2.0 – vom grünen Mietvertrag zum ESG Lease« in ein praxisorientiertes Bewertungssystem für gewerbliche Mietverträge.
Drei Sterne für nachhaltige Mietverträge
Die Bewertung erfolgt über ein dreistufiges Sterne-System:
★ Green Lease: grundlegende Nachhaltigkeitsmaßnahmen mit Sensibilisierungscharakter,
★★ Green Lease: verbindliche Vereinbarungen mit messbaren Nachhaltigkeitseffekten,
★★★ Green Lease: besonders ambitionierte Vertragsgestaltung mit klaren Nachhaltigkeitszielen und Vorbildcharakter.
Grundlage der Klassifizierung ist ein differenziertes Punktesystem. Es berücksichtigt sowohl die rechtliche Verbindlichkeit einzelner Vertragsklauseln als auch deren ökologische Relevanz. Dadurch wird sichtbar, wie stark Nachhaltigkeitsaspekte tatsächlich im Mietvertrag verankert sind.
ESG-Anforderungen praxisnah umsetzen
Die standardisierte Bewertung von Green Leases wird vor dem Hintergrund europäischer Regulatorik immer wichtiger. Vorgaben wie der European Green Deal, die EU-Taxonomie und die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) erhöhen den Druck, nachhaltige Maßnahmen transparent nachzuweisen und belastbar zu dokumentieren.
Die Green Lease Klassifizierung bietet hierfür ein praxisnahes Instrument. Sie hilft dabei, ESG-Anforderungen in gewerblichen Mietverträgen greifbarer zu machen, Nachhaltigkeitsleistungen vergleichbar darzustellen und regulatorische Anforderungen effizienter in die Immobilienpraxis zu übertragen.
MorgenGrün Expertise in der ESG-Kompetenzgruppe der gif
Besonders freut uns bei MorgenGrün, dass unsere Kollegin Lydia Larsen, Senior Consultant Nachhaltigkeitsberatung bei MorgenGrün, als Mitglied der ESG-Kompetenzgruppe der gif aktiv an der Entwicklung des Klassifizierungssystems beteiligt war.
Gemeinsam mit weiteren Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis hat Lydia dazu beigetragen, ein Instrument zu entwickeln, das Green Leases erstmals systematisch bewertet und vergleichbar macht. Die Veröffentlichung zeigt, wie wichtig interdisziplinäre Zusammenarbeit ist, um tragfähige Lösungen für die nachhaltige Transformation der Immobilienwirtschaft zu schaffen.
Wir gratulieren allen Beteiligten zur erfolgreichen Veröffentlichung und bedanken uns für das große Engagement, das in die Entwicklung dieses wichtigen Branchenstandards eingeflossen ist.