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Wie wird aus Gebäudebestand Zukunftsbestand?

Wie lassen sich Bestandsgebäude technisch sinnvoll weiterentwickeln, wirtschaftlich betreiben und gleichzeitig Schritt für Schritt dekarbonisieren? Mit diesen Fragen beschäftigen wir uns bei MorgenGrün täglich – und jetzt auch auf Papier: Jan Richarz, Lydia Larsen und Nedim Hodzic sind mit einem Beitrag zu »Modernisierung und Revitalisierung« im neuen Sammelband »Betrieb von Immobilien: Grundlagen – Strategien – Praxis und Forschung« vertreten.
 

Von der Einladung zum fertigen Buchkapitel

Angefangen hat alles Ende Januar 2025 mit einer Einladung der Herausgeber Niels Bartels und Simon Christian Becker: Möchten wir unsere Perspektive zum Thema Modernisierung und Revitalisierung in den geplanten Sammelband einbringen?

Klar wollten wir.

Ende März stand der Abstract. Danach wurde aus den ersten Gedanken Stück für Stück ein Buchkapitel: schreiben, abstimmen, ergänzen und überarbeiten – Woche für Woche und parallel zum Tagesgeschäft. Bis September 2025 war der Text weitgehend fertig. Es folgten aktualisierte Abbildungen, Feedbackrunden, Rückfragen, Proofreading und die eine oder andere letzte Anpassung. Im Juni 2026 kam schließlich der finale Proofread.

Und jetzt ist aus all den Textständen, Kommentaren und Korrekturschleifen tatsächlich ein Buch geworden.


Modernisierung und Revitalisierung: Bestand ist keine Randnotiz

Warum haben wir uns ausgerechnet mit Modernisierung und Revitalisierung beschäftigt? Weil ein großer Teil der Immobilien, die wir in Zukunft nutzen werden, längst gebaut ist. Die Transformation des Gebäudesektors entscheidet sich deshalb nicht allein im Neubau. Mindestens genauso relevant ist die Frage, wie wir bestehende Gebäude weiterentwickeln.

Dabei geht es um weit mehr als den Austausch einzelner technischer Anlagen. Gebäude sind Systeme: Gebäudetechnik, Energieversorgung, Nutzung, Betriebsprozesse und wirtschaftliche Rahmenbedingungen greifen ineinander. Eine sinnvolle Modernisierungsstrategie muss diese Zusammenhänge berücksichtigen.

Welche Maßnahmen sind technisch sinnvoll? Was ist wirtschaftlich tragfähig? Wo lassen sich Energieverbrauch und Emissionen reduzieren? Und wie kann ein Gebäude so weiterentwickelt werden, dass es auch unter veränderten Anforderungen langfristig funktioniert?

Genau in diesem Spannungsfeld bewegt sich unser Beitrag »Modernisierung und Revitalisierung«. Oder etwas kürzer gesagt: Bestand ist nicht einfach das, was schon da ist. Er ist das, was wir daraus machen.

Denn der Wert einer Immobilie entsteht nicht allein durch ihre Planung und Errichtung. Entscheidend ist vor allem auch, wie sie betrieben und genutzt wird.«

— Niels Bartels, Mitherausgeber »Betrieb von Immobilien«

Eine strategische Perspektive auf Bestandsimmobilien

Im Sammelband ist unser Kapitel Teil der strategischen Ebene der Nutzungsphase. Und genau dort gehört das Thema aus unserer Sicht hin.

Denn die Modernisierung von Bestandsimmobilien beginnt nicht erst mit einer neuen Anlage, einer sanierten Fassade oder einer einzelnen Effizienzmaßnahme. Davor stehen grundsätzliche Entscheidungen: Wo soll sich eine Immobilie hinentwickeln? Welche Anforderungen muss sie künftig erfüllen? Welche Maßnahmen passen technisch zusammen – und welche Investitionen sind langfristig sinnvoll?

Unsere Kolleg:innen Jan Richarz, Lydia Larsen und Nedim Hodzic bringen in ihrem Beitrag die MorgenGrün Perspektive auf diese Fragen ein und zeigen, welche Rolle Modernisierung und Revitalisierung dabei spielen können, Bestandsimmobilien wirtschaftlich und technisch zukunftsfähig aufzustellen und ihre Dekarbonisierung voranzubringen.

Kurz: Bevor wir darüber sprechen, was an einem Gebäude verändert werden soll, lohnt sich die Frage, wohin wir mit ihm eigentlich wollen.
 

28 Kapitel, fünf Teile – und ziemlich viel Immobilienbetrieb

Unser Beitrag ist einer von insgesamt 28 Fachbeiträgen auf rund 900 Seiten. Alles in allem haben 46 Autor:innen aus Deutschland, Österreich und Italien an dem Sammelband mitgewirkt.

Herausgegeben von Niels Bartels und Simon Christian Becker, betrachtet »Betrieb von Immobilien« die Nutzungsphase aus fünf Perspektiven: von den Grundlagen über die strategische, taktische und operative Ebene bis hin zur Forschung.

Die Themen zeigen, wie viele Disziplinen zusammenkommen, wenn Immobilien über Jahre und Jahrzehnte erfolgreich betrieben werden sollen. Nutzeranforderungen und Betreiberverantwortung spielen dabei ebenso eine Rolle wie BIM, Asset Management und Instandhaltungsstrategien. Hinzu kommen Themen aus dem technischen, infrastrukturellen und kaufmännischen Gebäudemanagement.

Und natürlich endet der Blick nicht beim Status quo: Im Forschungsteil geht es unter anderem um Smart Buildings, vernetzte Gebäudetechnik (IoT), Extended Reality, künstliche Intelligenz, Robotik und neue Ansätze im Umgang mit Gebäudedaten.

Das macht auch deutlich: Immobilienbetrieb ist längst mehr als »Gebäude am Laufen halten«. Es geht darum, Gebäude aktiv weiterzuentwickeln – organisatorisch, technisch, wirtschaftlich und mit Blick auf die Anforderungen von morgen.
 

Jetzt ist es tatsächlich ein Buch!

Nach rund anderthalb Jahren zwischen Einladung, Abstract, Textständen und Korrekturschleifen freuen wir uns vor allem darüber, dass Jan Richarz, Lydia Larsen und Nedim Hodzic ihre Erfahrung in dieses gemeinsame Werk einbringen konnten.

Vielen Dank an die Herausgeber Niels Bartels und Simon Christian Becker für die Einladung und die Zusammenarbeit sowie an Springer Vieweg für die verlegerische Begleitung.

Und natürlich sind wir gespannt, welche Diskussionen das Buch anstößt. Denn bei der Zukunft des Gebäudesektors geht es nicht nur darum, wie wir neu bauen.

Sondern auch darum, wie viel Zukunft wir aus dem machen, was längst da ist.