MorgenGrün zeigt auf der Bundesabwärmetagung 2026, wie mathematische Optimierung nachhaltige Versorgungssysteme wirtschaftlich und zukunftssicher macht
Industrielle Abwärme zählt zu den größten bislang ungenutzten Energiepotenzialen. Gleichzeitig stehen viele Unternehmen vor der Herausforderung, ihre CO₂-Emissionen zu reduzieren, ohne Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit zu gefährden. Wie sich diese Ziele miteinander verbinden lassen, zeigte MorgenGrün auf der Bundesabwärmetagung 2026 in Stuttgart, die in diesem Jahr erstmals gemeinsam mit der Fachtagung Abwärme Baden-Württemberg stattfand.
Die Projektingenieure Nino Kiechle und Maximilian Schier präsentierten dort unter dem Titel »Interne Abwärmenutzung in der industriellen Praxis – kostenoptimale Systemauslegung durch mathematische Optimierung« ein spannendes Projektbeispiel. Anhand des entwickelten energetischen Masterplans für den Produktionsstandort von NKT in Köln erläuterten sie, wie industrielle Abwärme zu einem zentralen Baustein nachhaltiger Energieversorgung werden kann.
Warum industrielle Abwärme für die Energiewende wichtig ist
In vielen Industrieprozessen entstehen große Mengen Abwärme, die bislang weitestgehend ungenutzt an die Umgebung abgegeben werden. Gleichzeitig benötigen Produktionsstandorte erhebliche Energiemengen für Gebäudeheizung, Prozesswärme und Kühlung.
Die Nutzung vorhandener Abwärmepotenziale ermöglicht es, fossile Energieträger zu ersetzen, Energieeffizienz zu steigern und CO₂-Emissionen zu reduzieren. Damit wird industrielle Abwärme zu einem wichtigen Baustein der Dekarbonisierung energieintensiver Standorte.
Wie mathematische Optimierung die Planung verbessert
Im Mittelpunkt des Vortrags stand die Frage, wie komplexe Versorgungssysteme wirtschaftlich und nachhaltig ausgelegt werden können. Während Variantenuntersuchungen häufig auf Erfahrungswerten und Heuristiken beruhen, nutzt MorgenGrün die Methode der mathematischen Optimierung. Diese wissenschaftsbasierte Methode ermöglicht es, technische, wirtschaftliche und energetische Randbedingungen gleichzeitig zu berücksichtigen und daraus die optimale Systemkonfiguration abzuleiten.
Das Ergebnis sind maßgeschneiderte Versorgungskonzepte, die Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit gezielt miteinander verbinden.
Drei zentrale Erkenntnisse aus dem Praxisprojekt
Abwärme ist ein wertvoller Energieträger
Industrielle Kühl- und Produktionsprozesse bieten häufig erhebliche Abwärmepotenziale, die bislang weitestgehend ungenutzt bleiben. Ihre Nutzung kann den Bedarf an fossilen Energieträgern deutlich reduzieren.
Dekarbonisierung braucht ganzheitliche Konzepte
Erfolgreiche Transformationsstrategien betrachten Wärme, Kälte, Stromerzeugung und Speicher gemeinsam. Erst das Zusammenspiel aller Komponenten ermöglicht wirtschaftlich tragfähige Lösungen.
Datenbasierte Planung schafft Sicherheit
Mathematische Optimierung unterstützt Unternehmen dabei, fundierte Investitionsentscheidungen zu treffen und die langfristige Wirtschaftlichkeit ihrer Energieversorgung abzusichern.
Praxisbeispiel NKT Köln: Klimaneutrale Energieversorgung für einen Industriestandort
Für die Produktionsstätte von NKT in Köln entwickelte MorgenGrün einen energetischen Masterplan zur Dekarbonisierung des Standorts. Das Werk produziert Hochspannungskabel für zentrale Infrastrukturprojekte der Energiewende wie SuedLink und SuedOstLink.
Herzstück des Konzepts ist die Nutzung bislang unerschlossener Abwärme aus industriellen Kälteprozessen. Wärmepumpen erschließen das vorhandene Abwärmepotenzial und heben es auf ein höheres nutzbares Temperaturniveau an. Das entwickelte Konzept ermöglicht perspektivisch die vollständige Ablösung von Erdgas und reduziert die CO₂-Emissionen des Standorts um rund 1.215 Tonnen pro Jahr. Gleichzeitig bleibt die Versorgungssicherheit eines energieintensiven Produktionsstandorts gewährleistet.
Austausch und Impulse auf der Bundesabwärmetagung
Die Bundesabwärmetagung brachte Fachleute aus Industrie, Planung und Wissenschaft zusammen und bot Raum für den Austausch über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen der industriellen Abwärmenutzung.
Für Nino Kiechle war die Veranstaltung zudem ein persönlicher Meilenstein: Gemeinsam mit Maximilian Schier hielt er dort seinen ersten Vortrag auf einer Fachveranstaltung dieser Größenordnung.
Industrielle Abwärme als Schlüssel zur Dekarbonisierung
Die Energiewende braucht nicht nur erneuerbare Energien, sondern auch intelligente Lösungen für die Nutzung bereits vorhandener Energiequellen. Industrielle Abwärme bietet hierfür enormes Potenzial. Das vorgestellte Projekt zeigt beispielhaft, wie sich diese Potenziale durch innovative Planungsmethoden wirtschaftlich erschließen lassen.
Möchten Sie mehr über Abwärmenutzung, Dekarbonisierung oder nachhaltige Versorgungskonzepte für Industriestandorte erfahren?
Das Team von MorgenGrün unterstützt Sie gerne bei der Entwicklung zukunftsfähiger und wirtschaftlicher Energielösungen.