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Bestand

Denkmalgeschützte Sanierung: Brunosaal der katho­lischen Pfarrgemeinde St. Bruno, Köln

Wie moderner Klimaschutz und historische Architektur im Kölner Brunosaal erfolgreich zusammenfinden

Im Auftrag der katholischen Pfarrgemeinde St. Bruno entwickelte MorgenGrün ein Dekarbonisierungs- und Sanierungskonzept für den denkmalgeschützten Brunosaal in Köln. Ziel war es, den historischen Gebäudekomplex energetisch zukunftsfähig aufzustellen und dabei die Anforderungen des Denkmalschutzes konsequent zu berücksichtigen.

Denkmalgeschützte Sanierung mit Weitblick 

Das Gebäudeensemble am Kölner Klettenberggürtel umfasst einen Veranstaltungssaal für bis zu 458 Personen, ein Bühnenhaus und ein Foyer sowie angrenzende Wohnbereiche und eine Krabbelstube. Da die Gebäude aus unterschiedlichen Bauphasen stammen und seit 1983 unter Denkmalschutz stehen, stellte die energetische Sanierung besondere Anforderungen an Planung und Umsetzung.

Ziel des Projekts war es, die langfristige Betriebsfähigkeit des Ensembles zu sichern, energetische und technische Schwachstellen zu identifizieren und wirtschaftliche Sanierungsmaßnahmen für Gebäudehülle, Anlagentechnik und Energieversorgung zu entwickeln.

Umfassende Bestandsanalyse als Grundlage der Planung

Den Ausgangspunkt bildeten eine detaillierte Bestandsaufnahme, die Auswertung historischer Planungsunterlagen aus dem Archiv des Erzbistums Köln sowie eine Ortsbegehung. Ergänzend erstellte MorgenGrün ein dreidimensionales Gebäudemodell, um die komplexe Gebäudegeo­metrie präzise zu ergänzen. 
Auf dieser Basis bewerteten die Ingenieur:innen die energetischen Eigenschaften der Gebäudehülle, analysierten die bestehende Anlagentechnik und modellierten Wärmeverbrauch sowie Wärmebedarf.

Dekarbonisierung trotz Denkmalschutz

Ein Schwerpunkt lag auf der Transformation der fossilen Wärmeversorgung. Der Veranstaltungssaal wird derzeit über eine ölgefeuerte Warmluftheizung beheizt; Bühnenhaus, Foyer und Gastrobereich über eine ölgefeuerte Warmwasserheizung. 

MorgenGrün untersuchte verschiedene Energiequellen und identifizierte die Kombination aus Umgebungsluft und Luft-Wasser-Wärmepumpe als wirtschaftlich und technisch sinnvollste Lösung für die zukünftige Wärme- und Kälteversorgung. 

Zusätzlich wurde das Photovoltaikpotenzial der südwestlich ausgerichteten Dachflächen bewertet. Möglich wäre eine installierte Leistung von rund 16 kWp mit einem erwarteten Jahresertrag von etwa 15 MWh/a.

Raumluftqualität und Energieeffizienz verbessern 

Darüber hinaus analysierte MorgenGrün Maßnahmen zur Verbesserung der Raumluftqualität, zur Senkung des Wärmebedarfs und zur Einhaltung zukünftiger Anforderungen an den Betrieb als ­Versammlungsstätte. 

Ganzheitliches Sanierungskonzept mit ­deutlicher CO2-Reduktion

Eine besondere Herausforderung stellte die Genehmigungsfähigkeit als Versammlungsstätte ebenso dar wie die historisch gewachsene tech­nische Infrastruktur. 
Im Ergebnis empfiehlt MorgenGrün eine ganzheitlich abgestimmte abgestimmte, denkmalgerechte Sanierung der Gebäudehülle in Kombination mit einer modernen raumlufttechnischen Anlage, Wärmepumpentechnik und optionaler Photovoltaik. Dabei wurden Wirtschaftlichkeit, Förderfähigkeit, Denkmalschutz und technischemr Nutzen gleichermaßen berücksichtigt.

Durch die Umsetzung des Konzepts sinken die jährlichen CO2-Emissionen bereits im ersten Betriebsjahr von 26 auf rund fünf Tonnen. Mit dem zunehmenden Ausbau erneuerbarer Energien im deutschen Strommix kann der Gebäudebetrieb langfristig nahezu klimaneutral erfolgen.

 

Bild: © MorgenGrün

Steckbrief

Bestand
Veranstaltungssaal

Bauherr und Auftraggeber
Katholische Kirchengemeinde St. Bruno, Köln-Klettenberg

Zeitraum
2025

Leistung 
Dekarbonisierungs- und ­Sanierungskonzept

Brutto-Grundfläche (BGF)
1.000 m²

Eingesparte CO2-Emission
20 t/a