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Neubau

Schulcampus Hameln

Energiekonzept für einen neuen Schulcampus – Variantenvergleich für eine wirtschaftliche Wärme- und Kälteversorgung

Wie lassen sich zwei Schulen an einem gemeinsamen Standort zuverlässig, wirtschaftlich und zukunftsfähig versorgen? Für den Schulneubau des Landkreises Hameln-Pyrmont hat MorgenGrün ein Energiekonzept entwickelt, das zahlreiche Varianten systematisch gegeneinander abwägt. Das Ergebnis: eine Lösung, die Wärmepumpe und Fernwärme kombiniert und die Unterrichtsräume aktiv kühlt.

Der Landkreis Hameln-Pyrmont bringt zwei Schulen an einem gemeinsamen Standort zusammen: die berufsbildende Elisabeth-Selbert-Schule (ESS) und die Heinrich-Kielhorn-Schule (HKS). Ein eingeschossiger Sockel verbindet beide Schulen künftig baulich miteinander – dadurch entsteht für beide zusätzliche Raumfläche.

Herausforderung: Ein Versorgungskonzept für zwei Schulen

Ziel war ein Konzept, das beide Schulen aus einer gemeinsamen Versorgungsstruktur bedient, ohne an Betriebssicherheit einzubüßen. Zugleich sollten die Anforderungen des Landkreises an Wirtschaftlichkeit und Ökobilanz erfüllt werden.

Variantenvergleich als Entscheidungsgrundlage

Im Rahmen der Studie hat MorgenGrün zahlreiche Konzeptvarianten für die Wärme- und Kälteversorgung untersucht und anhand von Investitions- und Betriebskosten, Ökobilanz sowie technischem Aufwand bewertet. Ergänzend wurden zwei zentrale Konzepte gesondert verglichen: das Lüftungskonzept und die Wärmeübergabesysteme der Unterrichtsräume. Der Variantenvergleich bildet damit die belastbare Grundlage für die anschließende Fachplanung durch die ZWP Ingenieur-AG.

Die vorgesehene Lösung im Überblick

  • Wärmeversorgung über Wärmepumpe und Fernwärme: Eine Luft/Wasser-Wärmepumpe deckt den Heizwärmebedarf in der Grundlast. Die Fernwärme übernimmt die Spitzenlast und deckt den Trinkwarmwasserbedarf vollständig ab.
  • Kälteversorgung: Die Wärmepumpe wird als Vier-Leiter-Maschine ausgeführt und versorgt die Fußbodenkühlung der Unterrichtsräume. Kompressionskältemaschinen (KKM) decken die Kältespitzenlast sowie den ganzjährigen Bedarf der EDV-Räume.
  • Photovoltaik: Auf jedem Bauteil von ESS und HKS wird eine Flachdachanlage errichtet. Die Gesamtleistung von rund 385 kWp wird in die Energieversorgung des Standorts integriert.
  • Lüftungskonzept: Zentrale und dezentrale Lüftungslösungen, beispielsweise Lüftungsgeräte an der Brüstung, wurden wirtschaftlich gegenübergestellt. Für die zentrale Variante sprachen die geringsten Gesamtjahreskosten, ein niedrigerer Wartungsaufwand sowie eine höhere Wärmerückgewinnung.
  • Wärmeübergabe: Für die Unterrichtsräume wurde die Fußbodenheizung empfohlen. Sie gehört zu den günstigen Varianten und bietet zugleich eine hohe thermische Behaglichkeit. Sie wird in der weiteren Planung umgesetzt.

Ergebnis: Hybride Wärmeversorgung mit Wärmepumpen und Fernwärme

Der Bauherr hat sich für die Kombination aus Luft/Wasser-Wärmepumpe, Fernwärme und Kompressionskältemaschine entschieden. Die Wärmepumpe deckt die Grundlast effizient und ermöglicht zugleich die aktive Kühlung der Unterrichtsräume; die Fernwärme sichert Spitzenlast und Trinkwarmwasserbereitung ab. Die Variante benötigt keine Genehmigung für Brunnen- oder Erdsondenanlagen und hat einen geringen Flächenbedarf.

Ausblick: Von der Studie in die Umsetzung

Die Ergebnisse des Energiekonzepts fließen unmittelbar in die Fachplanung der technischen Gebäudeausrüstung unserer Berliner ZWP-Niederlassung ein.

Fazit

Der Schulneubau in Hameln zeigt, dass eine nachhaltige und wirtschaftliche Energieversorgung nicht die technisch aufwendigste sein muss. Ein strukturierter Variantenvergleich zu Beginn der Planung schafft Klarheit über Kosten, Emissionen und Betriebsaufwand – und damit die Grundlage für eine Entscheidung, die über die gesamte Lebensdauer des Gebäudes trägt.

 

Bild: © TRU Architekten
 

Steckbrief

Neubau
Schulcampus

Bauherr
Landkreis Hameln-Pyrmont, Hameln

Auftraggeber | Generalplaner | Architekt
TRU Architekten, Berlin

Projektsteuerer
Convis GmbH, Münster

Zeitraum MorgenGrün
2025

Leistung MorgenGrün
Energiekonzept, Variantenvergleich Lüftungskonzept und Wärmeübergabesysteme

Leistung ZWP
Planung und Objektüberwachung für Sanitärtechnik, Heizungstechnik, Kälteltechnik, Lüftungstechnik, Elektrotechnik, Nachrichtentechnik, Fördertechnik, Feuerlöschanlagen, Gebäudeautomation

Brutto-Grundfläche (BGF)
25.862 m²